Morbus Parkinson aus Ayurvedischer Sicht

Einleitung

Die Parkinson-Krankheit wird im Ayurveda als Kampavata bezeichnet. Das Wort Kampa bedeutet auf Sanskrit Zittern. Kampavata würde eine Vata-dominante Krankheit mit Tremor als Hauptsymptom bedeuten.

In bedeutenden Werken von Charaka, Susrutha und Vagabhata, die zwischen 500 v. Chr. und 500 n. Chr. geschrieben wurden, wird die Parkinson-Krankheit, wie wir sie heute kennen, nicht erwähnt. Es könnte sein, dass aufgrund der begrenzten Lebenserwartung der damaligen Menschen altersbedingte Erkrankungen wie Parkinson in der Bevölkerung nicht in ausreichender Zahl vorhanden waren.

Madhava Nidana aus dem 7. Jahrhundert und Shargadhara Samhita aus dem 13. Jahrhundert erwähnen Störungen, die dem Parkinsonismus ähneln und auf einer unkontrollierten Zunahme von Vata-Dosha beruhen.

 

Parkinson Symptome, die in Ayurveda erwähnt werden

In ayurvedischen Texten kann man die folgenden Parkinson Symptome finden:

  • Tremor – Kampa

  • Bradykinese, Akinese, Hypokinese – Chestahani

  • Muskelsteifheit – Stambha

  • Haltungsinstabilität – Vinaman

  • Demenz – Smritihani

 

Entwicklung von Parkinson

Laut Ayurveda wird das erste Drittel des Lebens von Kapha dominiert, das zweite Drittel von Pitta und das dritte Drittel von Vata. Parkinson tritt oft in diesem von Vata dominierten Drittel des Lebens auf. Die Parkinson-Krankheit weist typischerweise Symptome auf, bei denen Körperbewegungen und mentale Funktionen gestört sind, was ein typisches Vata-Ungleichgewicht darstellt. Das Dosha Kapha ist auch an einigen Parkinson-Fällen beteiligt.

Ayurveda klassifiziert die Symptome in zwei Kategorien:

1.    Aufgrund der Zunahme von Vata (Vata Vridhi) - Patienten mit Tremor als Hauptsymptom

2.    Aufgrund von Kapha, welches das Vata dominiert (Kaphavrutha Vata) - Patienten mit Muskelsteifheit als Hauptsymptom

Vata erhöht sich automatisch im Körper aufgrund des Alters. Stress, Angstzustände, Ängste, Schlafmangel, Ruhe und Entspannung, falsche Ernährungsgewohnheiten, Ansammlung von Stoffwechselgiften, Mangel an ausreichender Ernährung, extreme körperliche Aktivität oder Verletzungen führen zu einem Anstieg des Vata. Das in Europa typische kalte Wetter kann auch das Vata erhöhen.

Kapha nimmt zu, wenn der Stoffwechsel (Agni) nicht in Ordnung ist. Bewegungsmangel, übermäßiger Schlaf, übermäßiges Essen, übermäßiger Verzehr von fettigem Essen, kaltes Wetter usw. sind Faktoren, die zu einer Zunahme von Kapha führen können. Dieses erhöhte Kapha kann dann die regulären Funktionen von Vata behindern.

 

Ayurvedische Behandlungen

Ayurvedische Behandlungen für Parkinsonismus können in zwei mögliche Richtungen gehen:

1. Für Patienten mit Tremor als Hauptsymptom

Behandlungen zur Reduzierung von Vata. Behandlungen sind aufbauend und stärkend (Brumhana).

 

2. Für Patienten mit Muskelsteifheit als Hauptsymptom

Hier zielen die Behandlungen zunächst darauf ab, Kapha zu reduzieren (Langhana) und das Verdauungsfeuer (Agni) zu erhöhen. Sobald dies erreicht ist, werden Behandlungen zur Reduzierung von Vata empfohlen (Punkt 1 oben).

Behandlungen zur Reduzierung von Vata

Im Folgenden sind einige der externen Behandlungen aufgeführt, die zur Behandlung von Parkinson-Patienten mit Tremor als Hauptsymptom angewendet werden. Aufgrund der vorliegenden Symptome variieren die verwendeten Öle und anderen Behandlungsmaterialien. Diese Behandlungen sollten nur unter Aufsicht eines qualifizierten und erfahrenen Ayurveda-Spezialisten durchgeführt werden:

  • Abhyanga - Kopf- und Körpermassage mit warmem Öl

  • Patrapotalaswedam - Massage mit einem Baumwollbeutel, der mit ayurvedischen Blättern gefüllt ist

  • Pizhichil - Gießt warmes Öl über den ganzen Körper

  • Sirodhara - Gießt kontinuierlich warmes Öl auf die Stirn

  • Sirovasti - Ansammlung von Öl auf dem Kopf

  • Nasyam - Anwendung von Öl oder Kräutersäften durch die Nase

  • Virechanam - Reinigung mit geeigneten Ayurveda-Produkten

  • Vasti - Einlauf mit Ölen oder Abkochungen

  • Rasayanam - regenerative Behandlungen

Daran sollten sich auch geeignete Rehabilitationsbehandlungen anschließen.

Behandlungen zur Reduzierung von Kapha

Bei Patienten mit Muskelsteifheit als Hauptsymptom werden zuerst die folgenden Behandlungen angewandt, um Kapha zu reduzieren und Agni (Ausscheidungen) zu verbessern:

  • Udwarthanam - Körpermassage mit ayurvedischen Kräuterpulvern

  • Dhanyamladhara - kontinuierliches Gießen speziell zubereiteter therapeutischer Präparate über den ganzen Körper

  • Podikizhi - Massage mit einem Baumwollbeutel, der mit ayurvedischem Kräuterpulver gefüllt ist

  • Talam - Auftragen von Kräuterpulvern und Pasten auf den Kopf

Diese Behandlungen werden für eine bestimmte Anzahl von Tagen angewandt. Sobald das Kapha reduziert ist und der Patient das metabolische Feuer verbessert hat, werden Behandlungen zur Reduzierung des Vata eingeleitet.

 

 

Ernährungsumstellung

Ernährungsumstellungen sind in vielen Fällen auch für eine effiziente Behandlung von Parkinson-Patienten erforderlich.

  1. Personen mit gutem Appetit und starkem Stoffwechsel können Milch und Milchprodukte, insbesondere Butter und Ghee, Suppen aus Mungobohnen, gekochtes Gemüse, Vollkornbrot, süßes Obst und Gewürze in mäßigen Mengen zu sich nehmen. Dies würde Vata reduzieren.

  2. Personen mit einem dominanten Kapha oder einem schwachen Stoffwechsel sollten zunächst scharfe und bittere Lebensmittel einnehmen. Sie sollten die Aufnahme von Milch und Milchprodukten reduzieren. Gekochtes Gemüse ist im Allgemeinen gut. Sie sollten großzügig Gewürze verwenden, insbesondere Ingwer, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel usw. Sie sollten nach Möglichkeit auf Fleisch und Eier verzichten.

Sobald das Kapha unter Kontrolle ist, sollten sie auf ein Ernährung umstellen, um das in Punkt 1 oben erwähnte Vata zu reduzieren.

 

 

Ayurvedische Präparate zur Einnahme

Im Ayurveda ist die Einnahme geeigneter Kräuterpräparate ebenso wichtig wie die äußeren Behandlungen. Diese Kräuterpräparate gibt es in verschiedenen Ausführungen, z.B. als Dekokte, Öle, Kräuterliköre, Kräuterpulver, etc. Im Ayurveda gibt mehr als 300 übliche Kräuter, die die Grundlage der Präparate darstellen. Die Auswahl der Präparate basiert auf den Symptomen, Alter, Gesundheitszustand, andere Krankheiten und Konstitution der Patienten.

Solche Produkte sollten nur unter Aufsicht eines qualifizierten und erfahrenen Ayurveda-Spezialisten verwendet werden.

 

Wirksamkeit der Ayurveda-Behandlungen

Parkinson-Patienten haben im Frühstadium eine bessere Chance, das Fortschreiten der Krankheit durch Ayurveda-Behandlungen zu verlangsamen. Bei Patienten, bei denen die Krankheit wesentlich fortgeschritten ist, scheinen Ayurveda-Behandlungen weniger wirksam zu sein. Es gibt allerdings keine Garantie auf Verbesserung des Zustandes.

Auch in erfolgreichen Fällen sollten die Behandlungen jährlich oder nach einigen Jahren wiederholt werden, um die guten Ergebnisse zu erhalten.

Bei Parkinson-Patienten wird eine Behandlung von mindestens drei bis vier Wochen empfohlen. Ayurveda-Behandlungen werden Zeit brauchen und man sollte keine schnellen Ergebnisse erwarten.

Es ist wichtig, ein Ayurveda-Zentrum oder eine Ayurveda-Klinik zu wählen, die qualifizierte Ayurveda-Spezialisten und -Therapeuten anbietet. Die Verfügbarkeit von Ayurveda-Produkten ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Behandlungen in guten Ayurveda-Kliniken in Indien könnten ebenfalls eine gute Möglichkeit sein.

 

 

Über den Autor

Giso George, B.A.M.S (Bachelor of Ayurvedic Medicine & Surgery, Mahatma Gandhi University, Kerala, Indien) und Heilpraktiker, ist Ayurveda Consultant in der 4. Generation aus dem indischen Staat Kerala.

Er führt die Heilkunde seiner Ahnen (traditionelle ayurvedische Vaidyas) fort, indem er das Beste des traditionellen Ayurveda aus Kerala in München anbietet. 

Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery (B.A.M.S.) ist ein fast 6-jähriger Vollzeit-Universitätskurs in Indien. Während des Studiums lernen Ayurveda-Studenten moderne Medizin-Themen sowie klassisches Ayurveda. Der Kurs beinhaltet ein einjähriges Pflichtpraktikum.

 

Ausbildung und Studium

  • Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery (B.A.M.S.): Mahatma Gandhi Universität, Kerala, Indien

  • Registrierung als "Ayurveda-Arzt": Travancore-Cochin Medical Council, Kerala, Indien

  • Ausbildung mit Vaidyabhooshanam Raghavan Thirumulpad, Kerala, Indien

  • Ausbildung mit Dr. K. J. Sebastian, Kunnamkottu Vaidyasala, Kerala, Indien

  • Ausbildung mit Dr. Ramesh R. Varier, Arya Vaidya Nilayam, Madurai, Indien

  • Heilpraktiker: Landratsamt Fürstenfeldbruck

 

Kontakt

Ayurveda Praxis Giso George

Freischützstraße 55

81927 München

www.ayurveda-george.de

Tel: 089 32 800 129

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